„Der Arzt sagt, der Magenkrebs ist schon fortgeschritten und die Chemo wirkt nicht richtig—gibt es noch eine andere Option?“ Das fragen viele Patienten und Angehörige. Magenkrebs hat vor allem im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium eine ungünstige Prognose. Die Immuntherapie hat neue Hoffnung gebracht; Keytruda (Pembrolizumab), ein PD-1-Hemmer, ist ein wichtiger Fortschritt in der Magenkrebsbehandlung.
Keytruda (Pembrolizumab) ist ein Immun-Checkpoint-Hemmer—ein anti-PD-1-Antikörper. Es wirkt, indem es „die Tarnung des Tumors aufhebt“: Magenkrebszellen nutzen den PD-1/PD-L1-Weg, um dem Immunsystem zu entgehen; Keytruda blockiert diesen Weg, sodass die Immunzellen den Krebs wieder erkennen und bekämpfen können. Im Gegensatz zur Chemo („viel Kollateralschaden“) oder zielgerichteten Therapie („gezielter Schlag“) „aktiviert Keytruda die eigene Abwehr gegen den Krebs“, mit weniger Schaden an gesunden Zellen und besserer Verträglichkeit.
Die Eignung hängt von Stadium, PD-L1 (CPS), HER2 und MSI ab. Hauptgruppen:
• HER2-negativ, lokal fortgeschritten nicht resezierbar oder metastasiert Magen-/ösophagogastraler Übergang, PD-L1 CPS≥5: Keytruda plus Fluoropyrimidin und Platin (NCCN Kategorie 1). • HER2-negativ, CPS≥1: Keytruda plus Fluoropyrimidin und Platin ebenfalls Option (NCCN 2A). • HER2-positiv, CPS≥1: Keytruda plus Trastuzumab plus Fluoropyrimidin und Platin (NCCN Kategorie 1).
• Nach Chemotherapie-Versagen, lokal fortgeschritten oder metastasiert Magen/ösophagogastraler Übergang, MSI-H (hohe Mikrosatelliteninstabilität)—etwa 5–20 % der Magenkrebsfälle—spricht gut auf Keytruda an. • Nach Chemo-Versagen, -Unverträglichkeit oder -Ablehnung: Keytruda-Monotherapie kann nach Bewertung erwogen werden (mit PD-L1 oder MSI).
• Überempfindlichkeit gegen Keytruda oder einen Bestandteil: nicht anwenden. • Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung, aktive Autoimmunerkrankung oder schwere Infektion: mit Vorsicht; Arzt muss Nutzen und Risiko abwägen. • Schwangerschaft und Stillzeit: nicht empfohlen.
Daten aus KEYNOTE-Phase-III-Studien und Praxis.
• KEYNOTE-062 (Erstlinie): Bei PD-L1 CPS≥1 Keytruda-Mono ORR 57,1 %, Keytruda plus Chemo ORR 64,7 % vs. Chemo 36,8 %; Keytruda-Mono medianes PFS 11,2 Monate, Kombination nicht erreicht vs. Chemo 6,6 Monate. • KEYNOTE-061 (Zweitlinie): Bei MSI-H Keytruda medianes PFS 17,8 Monate vs. Paclitaxel 3,5 Monate, ORR 46,7 % vs. 16,7 %. • KEYNOTE-059 (Drittlinie und darüber): Bei MSI-H Keytruda-Mono ORR 57,1 %; teilweise lang anhaltende Kontrolle.
Bei geeigneten Patienten kann Keytruda die Erkrankung kontrollieren, die Belastung verringern und die Lebensqualität verbessern, einschließlich längerer Kontrolle; die individuelle Ansprechrate variiert und muss vom Behandlerteam eingeschätzt werden.
Schritt 1—Vor der Therapie: PD-L1 (CPS), MSI und HER2 sind entscheidend für die Frage, ob und wie Keytruda eingesetzt wird; außerdem Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Schilddrüse, EKG, Thorax- und Abdomen-CT. Schritt 2—Therapieplan: Wird vom Arzt festgelegt. Keytruda-Mono 200 mg alle 3 Wochen i.v.; Kombination mit Chemo oder mit Trastuzumab plus Chemo je nach HER2 und Allgemeinzustand. Nicht in Eigenregie entscheiden. Schritt 3—Während der Therapie: Bei Infusionen Vitalzeichen und allergische Reaktionen überwachen; zu Hause auf Hautausschlag, Durchfall, Fieber, Müdigkeit, Schilddrüsenveränderungen achten und dem Arzt melden; regelmäßige Kontrollen (z. B. alle 6–9 Wochen in der Erstlinie); Dosis nicht ohne ärztliche Anweisung ändern oder absetzen; keine nicht verordneten Nahrungsergänzungs- oder Kräutermittel. Schritt 4—Nach der Therapie: Langzeitnachsorge (z. B. im 1. Jahr alle 3 Monate, 2.–3. Jahr alle 6 Monate, danach jährlich), inkl. Labor, Bildgebung und Tumormarker; frühere Befunde zur Vergleichbarkeit mitbringen.
Kosten und Erstattung: Keytruda ist in vielen Ländern bei fortgeschrittenem/metastasiertem Magenkrebs bei erfüllten Kriterien erstattungsfähig; der Erstattungsanteil variiert (oft etwa 50–80 %); bei Krankenkasse oder Klinik nachfragen. Nebenwirkungen: Die meisten sind Grad 1–2 (Hautausschlag, Müdigkeit, Durchfall) und behandelbar; schwere immunvermittelte Ereignisse (z. B. Pneumonitis, Myokarditis) sind selten, erfordern aber sofortiges Absetzen und medizinische Versorgung. Wenn Keytruda nicht wirkt: Optionen können andere PD-1/PD-L1-Hemmer, andere Chemo oder zielgerichtete Therapie sein; der Arzt legt den weiteren Plan fest. Ernährung und Aktivität: Leicht verdaulich, ausreichend Eiweiß und Vitamine; kleine häufige Mahlzeiten; leichte Bewegung (z. B. Spaziergänge) 30 Min., 3–4×/Woche wenn möglich; Überanstrengung vermeiden.
Keytruda bietet neue Hoffnung bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Magenkrebs, ist aber nicht für jeden geeignet; PD-L1-, MSI- und HER2-Tests definieren die Eignung. Die Untersuchungen, Überwachung und Nachsorge gemäß ärztlicher Anweisung durchführen, um bestmögliches Ergebnis und Lebensqualität zu erreichen. Dieser Leitfaden dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung; Therapie und Nachsorge müssen mit dem Arzt entschieden werden. Wir wünschen allen Patienten eine zielgenaue Versorgung und Genesung.
Mehr TCM-Krebspflege und Pflegewissen